Donnerstag, 8. Februar 2007

Welcomely in de Gemeente Winterswijk





Was für eine Reise! In einem dünn besidelten Landstrich mal schnell über die holländische Grenze, 20 Kilometer bis Winterswijk, gestalltet sich schwieriger als angenommen.
Ausgerüstet mit einem Navigationssystem, welches ausschliesslich das deutsche Strassennetz kennt und dem Namen des einzigen Cofee-Shops in der Umgebung, machte ich mich 17 Uhr auf den Weg, neue Welten zu erforschen.
Nach ca 30 Minuten irrfahrt durch Ortschaften die immer mehr nach "Gemeente" klangen, war ich mir meiner Position nicht mehr ganz sicher und beschloss den ersten Erdenbewohner dem ich begegne zu fragen wo es denn lang geht.
Da es sich um eine Bitte handelte und ich auf eine wahrheitsgemaesse Aussage angewiesen war begann ich dann auch kurze Zeit später meine Konversation mit einem netten Lächeln und der Frage:
"Hallo! Entschuldigen Sie bitte...können Sie deutsch?"
Die netten Dame am Strassenrand erklärte mir dann das ich mich wohl verfahren haette und noch ca 30 km von der Grenze entfernt bin. Man war das peinlich!
Ca 40 Minuten später, die Leute fuhren nun verhäuft Fahrrad, sah ich das Ortseingangschild von Winterswijk mit 70km/h auf mich zukommen. Jawooorlll!

Auch wenn die Route mit ca der dreifachen Fahrzeit nicht wirklich günstig gewählt war, erfreute ich mich, nicht mit dem Zug gefahren zu sein.
Für die holländische Schuhindustrie ist Holz ein wichtiger Rohstoff. Das Vordert seinen Preis...


Als das Zentrum erreicht war parkte ich in der Nähe des Marktes mit seiner schönen Kirche und begann unauffällig die Seitenstrassen zu erkunden und nach "Sensi" dem Grund meiner Anreise zu suchen.
Nach 20 Minuten bitterer Kälte und sinnlosem rumgetingel entschloss ich mich mal wieder eine nette Dame anzusprechen.
Da ich nicht als blöder deutscher Kiffer gelten wollte um dadurch den guten Ruf einer ganzen Nation zu beschmuddeln, fragte ich ganz gewieft nach einem Internetcafe um da meine Suche per Routenplaner fortzusetzen.
Viel verstand ich nicht, aber das Wort "Amsterdam" sagte mir alles.
Ein paar Meter weiter stand dann ein Typ rum der nach direkter Frage und zwei Zigaretten die Mühe auf sich nahm und mich bis zum "Sensi" begleitete.

Das "Sensi" hat seine eigene Geschichte die ich vieleicht das naechste mal schreibe.
Nach dieser Tortur hatte ich sogar vergessen noch ein Bild zu knipsen.
Naja, soviel sein noch gesagt: Quali und Preis würden von "Öko-Test" mit GUT bewertet werden, doch bis ich das rausfand vergingen nocheinmal über 60 Minuten Irrfahrt durch das tief in dunkelheit gehüllte deutsch-holländische Grenzland ;-)

Mittwoch, 7. Februar 2007

Go West!


Nunja, nach ca 4 Jahren Erfurt ist es nun so weit: Ich schliesse mich dem Stamm der "Ost-West Pendler" (in folgendem Text als "temporärer Verkehrsnotstand" bezeichnet) an!
Mit ca 15.000 Mitgliedern bildet dieser Stamm zwar eher eine kleine Interessengemeinschaft in Deutschland, schafft es aber durch ein massives zeitgleiches Auftreten, jeden Freitag und Sonntag der Woche, alle Autobahnen die von Osten nach Westen führen zu besetzen und für alle anderen 80 Millionen Bundesbürger unatraktiv zu machen.
Besetzen deshalb, weil der Stamm der "Trucker-Nomaden" (in folgendem Text als "dauerhafter Nervfaktor" bezeichnet) die ganze Woche die rechte Spur in Anspruch nimmt. Bei einer 4-spurigen Autobahn steht also dem temporären Verkehrsnotstand nur noch 50% des Platzes zur Verfügung.
Aber was hilft meckern? Lösungen sind gefragt! Und was hilft besser als eine millitärische Antwort auf einen Nervenkrieg:

Mein neues Auto natürlich:



Gut angekommen bin ich dann doch in Gescher und habe gleich am ersten Abend die Stadt erkundet. Was zugegeben nicht besonders zeitaufwendig war .

Meine Unterkunft, das romantische Dom Hotel im Stadtinneren verräht von aussen nicht seine schlichte funktionale Ausstattung, die vom Teppich bis zur Gardinenstange komplett in zeitlosem Weis gehalten wurde.


Das gute Essen hier übertrifft bei weitem meine Erwartungen und die Preise sind im Vergleich zu Jena und Erfurt überraschend günstig! Von wegen teurer Westen.
Am Mittwoch werde ich einen kleinen Ausflug nach Holland starten. Mal gucken ob ich finde was ich suche ;-)